Aktuelles aus dem Umweltbeirat der Stadt Germering

Aktuelles auch auf unserer   Facebook-Seite

05. Mai 2021
Naturnahe Hecken für Germering - Infos in einer Broschüre
Germerings Grün wird immer weniger: Durch die anhaltende Innenverdichtung unserer Stadt verlieren die Gärten sowie die letzten Äcker und Wiesen zunehmend an Fläche. Der Bestand an alten Bäumen nimmt ab, die Hecken bestehen überwiegend aus artenarmen, fremdländischen Gehölzen und es sind immer mehr Graugärten zu beobachten. Es wird daher höchste Zeit, etwas gegen diese bedauerliche Entwicklung zu unternehmen. 
Eine Möglichkeit wäre, die zahlreichen Hecken aus sterilen Fremdgehölzen durch heimische Arten wie Schlehe, Liguster, Pfaffenhütchen oder Hainbuche zu ersetzen. 
Mitglieder des Umweltbeirat und der Ortsgruppe des Bundes Naturschutz haben daher eine Orientierungshilfe für die Bürgerinnen und Bürger zusammengestellt. Dieser ist zu entnehmen, welche Gehölzarten für naturnahe Hecken besonders geeignet sind und welche ökologischen Vorteile sie haben. Hinweise zur Begründung und Pflege sowie zu den rechtlichen Vorgaben runden die übersichtliche und kurz gefasste Broschüre ab. 
Der Umweltbeirat und der Bund Naturschutz verbinden mit der Orientierungshilfe die Hoffnung, dass einige der Anregungen in die aktuell in Ausarbeitung befindliche Freiflächengestaltungssatzung der Stadt einfließen.
Infobroschüre als PDF downloaden

30. April 2021
Neue Satzung des Umweltbeirats beschlossen
In der Sitzung am 27. April hat der Stadtrat eine neue Satzung für den Beirat für Umwelt-, Landschafts-, Natur- und Klimaschutz (wie das Gremium offiziell heißt) beschlossen. Diese tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung vom 9. November 2011 außer Kraft.
Alte und neue Satzung finden Sie unter "Über den Umweltbeirat" -> "Satzung".

Die Informationen auf dieser Homepage - insbesondere das Gremium betreffend - sind daher nicht mehr alle aktuell. Sie werden spätestens vom neuen Umweltbeirat aktualisiert.

07. April 2021
Zerstörung am Harthaus Wald: Aktueller Stand
Anfang Februar prangerte der Umweltbeirat die Zerstörung am Harthauser Wald an.
Erfreulich ist, dass eine Lösung gefunden wurde! Der Landwirt informiert darüber mit Schildern am Waldrand...

15. März 2021
Zerstörung am Harthaus Wald: Aktueller Stand
Anfang Februar berichteten wir über die Zerstörung einer Hecke am Harthaus Wald. Die Süddeutschen Zeitung berichtet nun umfassend über den aktuellen Sachstand:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/germering-es-kann-nicht-sein-dass-jemand-so-radikal-in-eine-hecke-eingreift-1.5233943

25. Februar 2021
Regionaler Einkaufsführer für den LKR FFB
Für den Landkreis Fürstenfeldbruck ist in 2. Auflage ein regionaler Einkaufsführer erschienen.

Die Vorteile für die Umwelt?
Beim Kauf von Produkten von regionalen Erzeugern tragen Sie aktiv dazu bei Ressourcen zu schonen. Denn die Ware kommt meist frisch produziert bzw. geerntet in den Verkauf. Eine lange energieaufwendige Lagerung ist somit meist nicht nötig. Die Transportwege sind überwiegend kurz, das entlastet Verkehrswege und spart Energie. Weiterhin müssen die meisten angebotenen Produkte nicht aufwendig verpackt werden, was Müll reduziert. Auch wissen Sie genau wo die Ware herkommt - und tragen darüberhinaus dazu bei, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten.
Download Regionaler Einkaufsführer auf der Seite des Landratsamts

03. Februar 2021
Harthaus Waldrand: Umweltbeirat prangert Zerstörung an
Einen der ökologisch wertvollsten und ästhetisch attraktivsten Waldsäume auf Germeringer Flur wurde am 11. Januar 2021 von einem Landwirt aus Aubing mit der Planierraupe entfernt. Die am südlichen Rand des Harthauser Waldes wachsende Hecke wurde auf fast 600 m Länge und 5 bis 8 m Breite radikal abgeschoben.


Die Aufnahme zeigt den Zustand eines Teils am 04.02.2021

Aus dem freigelegten Mineralboden ragen nur noch die zerfetzten Stümpfe von ehemals Schlehe, Weißdorn, Liguster, Pfaffenhut und Hartriegel.

Bedeutung von Waldsäumen für Natur und Mensch

Waldsäume gehören zu den artenreichsten Biotopen unserer Heimat. Ihre Lage am Übergang vom dicht geschlossenen Wald zur offenen Feldflur macht sie zum Magneten für viele Tierarten, die sich zwischen den beiden Nutzungsformen bewegen. Dazu zählen Hase, Wiesel, Igel oder Dachs. Von herausragender Bedeutung ist die Hecke als Brut- und Aufzuchtgebiet für viele Vogelarten wie z. B. Goldammer, Neuntöter, Bluthänfling und Zaunkönig. Für den Spaziergänger oft nicht zu erkennen sind die vielen Insektenlebensgemeinschaften in den Büschen, von den Spinnen bis zu den Wanzen.

Vorgehen verursachte massive Schädigung

Durch die radikale Öffnung des Waldrandes wird nunmehr das Kleinklima im angrenzenden Waldbestand empfindlich verschlechtert und das Wachstum der Bäume vermindert. Nach aller Erfahrung werden die im Boden geschützten Wurzelstöcke wieder austreiben und in ca. fünf Jahren dürften die Spuren des Eingriffs weitgehend verwischt sein. Bis sich jedoch die vertriebenen oder beseitigten Tierlebensgemeinschaften wieder einfinden, wird es noch längere Zeit benötigen.

Der Umweltbeirat ist entsetzt über die brachiale Gewalt, mit der hier die gewachsene Natur für mehrere Jahre zerstört wurde. Es wird erwartet, dass die für das Naturschutzrecht zuständige Untere Naturschutzbehörde in Fürstenfeldbruck konsequent reagiert. 

Wie schon in den Fällen Moosschwaige und Schusterhäusl wurden auch hier zunächst Spaziergänger auf die Aktion aufmerksam und informierten umgehend den Umweltbeirat und die Stadtverwaltung. Der Umweltbeirat appelliert daher auch weiterhin an die Bevölkerung, wachsam zu sein.

08. Januar 2021
Informationen und Tipps zum umweltfreundlichen Winterdienst
Salz gehört in die Suppe - und nicht auf den Gehweg! Wussten Sie, dass Streusalz gegen Schnee und Eis Bäumen und Tieren schadet?



Jedes Jahr werden Unmengen Streusalz in Bayers Kommunen eingesetzt und damit Bäume am Straßenrand, in Wohnanlagen und selbst in Gärten dauerhaft geschädigt. Streusalz belastet Böden und Gewässer, greift Pflanzenwurzeln und Tierpfoten an. Die Schäden an Bäumen und Sträuchern zeigen sich vor allem in den Sommermonaten. Korrosionsschäden an Fahrzeugen aller Art und Brücken gehen häufig auf das Konto von Streusalz. Schuhe und Kleidung werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Bereits im November 2012 hatte sich z.B. die Nürnberger Umweltbehörde über den hohen Chloridgehalt im Grundwasser der Stadt besorgt gezeigt und als Hauptursache den Einsatz von Streusalz kritisch gesehen.

Zwar hat der vom Landesamt für Umwelt empfohlene "differenzierte Winterdienst", bei dem in vielen Kommunen wie auch in Germering nur noch wichtige Straßen und besondere Gefahrenstellen mit Streusalz behandelt werden, Nebenstraßen aber gar nicht mehr, doch zu einem Rückgang der
Belastung beigetragen.

In vielen Kommunen Bayerns ist der private Einsatz von Streusalz daher zu Recht verboten oder eingeschränkt. Dennoch verkaufen dort die Baumärkte leider weiterhin Streusalz. Die Regelung für die Stadt Germering lautet, dass "...bei Schnee-, Reif- oder Eisglätte mit Sand oder anderen geeigneten Mitteln, jedoch nicht mit ätzenden Stoffen, zu streuen oder das Eis zu beseitigen ist".

Daher ist es bei Schneefall wichtig, Gehwege rechtzeitig und gründlich zu räumen. Dadurch kann der Glättebildung oftmals vorgebeugt werden. 
Wenn bei Glätte der Einsatz von Streumitteln erforderlich wird, sollten diese nur sparsam verwendet werden, da sie ebenfalls die Umwelt belasten können. Um abstumpfende Streumittel wie Splitt oder Kies herzustellen, auszubringen und wieder einzusammeln, braucht es Energie. Zudem können gewisse Granulate giftige Substanzen enthalten. Der Umwelt zuliebe sollten daher möglichst solche Mittel mit dem Umweltzeichen "Der Blaue Engel" eingesetz werden, denn die sind sowohl geeignet als auch weitgehend frei von umweltschädlichen Stoffen. Gebrauchtes Streugut gehört weder in die Mülltonne noch in die Kanalisation, sondern in die Container der Wertstoffhöfe, sofern es nicht bereits von der Stadtreinigung aufgekehrt und fachgerecht aufbereitet wird.

Der Umweltbeirat der Stadt Germering bittet daher alle räum- und streupflichtigen Germeringer Bürger*innen, aber auch die Hausverwaltungen, sich diese Hinweise zum Schutz der Umwelt zu Herzen zu nehmen und zu beachten!